Erich-Wilker-Museum-2a

Gegen den Strom
seiner Zeit

Mit 17 Jahren entschließt sich Erich Wilker, freischaffender Künstler zu werden. In der Hochphase der gegenstandslosen Bildkunst artikuliert er 1949 die Notwendigkeit zur Wirklichkeit in der Bildkunst.
Sein Bedürfnis zum Konkreten, zur bewussten Wahrnehmung, wuchs zu einer lebenslangen Suche nach neuen Fundamenten.

Bereits in seinen Frühwerken ist sein Bemühen zu erkennen, die Bildkunst wieder auf ein “objektiv” darstellbares Fundament zu stellen. Ästhetische und malerische Aspekte waren ihm immer nachrangig, da “die Form eine höhere Summe des Bewusstseins in der Bildkunst” ermögliche.

Zur gleichen Zeit, als Joseph Beuys 1949 wieder von Wirklichkeit in der Bildkunst spricht, realisiert Erich Wilker die erste Postmoderne Bildkunst nach 1945, die 1962 mit der NADA-Periode ihren Abschluß findet.

Seine konsequente Reduzierung auf die “Urform heutigen Bewusstseins” führte ihn 1966 mit der KONZEPT-Periode zu einer neuen Form der Darstellung von Wirklichkeit, die in der Neufindung von Bewusstsein mit der Urform der Bildkunst vor ca. 50.000 Jahren vergleichbar ist, als der Mensch erstmals die Form des Naturraumes als Abbild seiner Wirklichkeit erkannte.

Sein unbeugsamer Zeitgeist ließ sich auch in den 70ger Jahren, als die “Neuen Wilden” mit der monumentalen Aufwertung der Post-Moderne Aufsehen erwirkten, nicht korrumpieren. In vielen Aktionen nach 1970 “Stop the youngsters” und “no-revoluschen” bezog er Stellung, kennzeichnet im Juli 1974 mit der Aktion “MoFu” diese Post-Moderne als aufgeblasene Geschichtsfälschung.

Erich Wilker schreibt 1971 über die Kunst:
Einstellung zur Ausstellung von Kunst

In der Sendung des WDR 1997 “Farben meiner Kindheit” erzählt Erich Wilker von einem Erlebnis, kurz nach dem Ende des zweiten Weltkrieges. Er spricht von dem Beginn einer neuen, bewussteren Zeit, von etwas grundlegend und anbeginnendem Neuen.

Wer die Radikalität erkennt, mit der er später die Bildkunst erneuert, fühlt sich an diese Vision erinnert, die vermutlich Zeit seines Lebens ein innerer Maßstab und Orientierungspunkt gewesen ist.

Trotz wiederholter Anläufe im In- und Ausland wird die Erneuerung der Bildkunst Zeit seines Lebens nicht erkannt.

Bau des Erich Wilker Museums

Abb. links: Erich Wilker, 1999
Ohne Titel
Bleistift auf Papier